Einblick in meinen Arbeitsprozess

Papier ist für mich Ausgangspunkt, Inspiration und Impulsgeber zugleich. Seit über 13 Jahren arbeite ich mit Plakatwandabrissen, deren Textfragmenten, Oberflächen und Strukturen, die bereits eine Geschichte in sich tragen. Ich verstehe Papier nicht als leeren Bildträger, sondern als aktiven Mitgestalter meiner Arbeit.

Meine künstlerische Praxis folgt keinem vorab festgelegten Motiv. Ich lasse mich von dem vorhandenen Material leiten, suche innerhalb der Fragmente nach Verbindungen und entwickle daraus das zentrale Hauptmotiv. Die übereinander geklebten Papierschichten stehen für ein Miteinander – von Kulturen, Orten, Zeiten und Gelebtem. Abrisskanten aus Großstädten aus Europa treffen aufeinander und bilden neue Kontexte.

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Durch den Einsatz von Acryl- und Sprayfarben transformieren sich die Papiercollagen zu kraftvollen, dynamischen Arbeiten, die sich zunehmend aufgrund ihrer Dicke und Stärke schon eher als Objekte begreifen lassen. Farbigkeit, Überlagerung und Vergängliches verleihen den Werken eine direkte, energetische Präsenz mit Anlehnung an die Modern – und Popart.

Sammeln, Neuordnen und Verdichten bilden den Kern meiner künstlerischen Arbeit. Upcycling begreife ich dabei als einen Akt der bewussten Umdeutung, der weit über reine Wiederverwendung hinausgeht. Gelebtes und Vorhandenes wird aus seinem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, neu lesbar gemacht und in einen zeitgenössischen künstlerischen Kontext eingebettet. So entstehen Arbeiten, die sich jeder Reproduzierbarkeit entziehen und als absolut eigenständige, einzigartige und besondere Unikate bestehen.